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26.11.2010: Immer mehr Atommüll beim AKW Biblis

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MdB Hagemann fragt bei Bundesregierung an

Berlin, 26. November 2010

Beim Atomkraftwerk Biblis wird zusätzlich zu den Blöcken A und B immer mehr atomarer Abfall der verschiedenen Kategorien gelagert. Das erfuhr MdB Klaus Hagemann (SPD) auf Anfrage von der Bundesregierung.

Kein Schutz vor Flugzeugabstürzen trotz Nähe zum Frankfurter Flughafen, ein Spitzenplatz in der Pannenstatistik deutscher AKWs und immer größere Mengen Strahlenmüll im Standortzwischenlager – damit erfüllen die Atommeiler Biblis A und B die Kriterien der Bundesregierung für längere Laufzeiten. Aber der hessische Ministerpräsident Bouffier kann sich offenbar noch mehr vorstellen und zeigte sich in Sachen erweitertes Castor-Zwischenlager in Biblis offen, während seine Umweltministerin dies noch ablehnt.


Unterdessen belegen die nackten Zahlen nur zu deutlich: In Biblis gibt es eine Zunahme von gelagertem Atommüll aller Kategorien. Neben beträchtlichen Mengen schwach- und mittelradioaktiver Abfälle - 621 m³ Rohabfälle, 199 m³ Zwischenprodukte sowie 5216 m³ Konditionierte Abfälle - lagerten zum 31.12.2009 41 Behälter mit hochradioaktiven Brennelementen in dem Standortzwischenlager beim AKW Biblis. Damit ist eine deutliche Zunahme im Vergleich zu den Vorjahren zu verzeichnen. „Vor diesem Hintergrund sind die Äußerungen des hessischen Ministerpräsidenten nur als Einladung an die Atomkonzerne zu verstehen, in Biblis auch Castoren zu lagern“, so Klaus Hagemann. Seit Inbetriebnahme gab es in Biblis A und B 419 bzw. 415 meldepflichtige Ereignisse. Die beiden Meiler liegen damit knapp hinter Neckarwestheim I und Brunsbüttel ganz weit oben in der Pannen-Rangliste deutscher Atomkraftwerke.

Während die von der Bundesregierung beschlossenen Laufzeitverlängerungen die alten Meiler zu Goldesel für die Atomindustrie machen, bleiben die Bürgerinnen und Bürger auf den atomaren Abfällen sitzen. „Schwarz-Gelb lässt durch die Laufzeitverlängerungen die Energiekonzerne noch länger noch mehr Strahlenmüll produzieren, weiß aber nicht wohin damit. Zunächst verbleibt er bei den produzierenden Atommeilern in Biblis“, kritisiert Klaus Hagemann.

Die massiven Proteste der letzten Wochen in Berlin und Gorleben zeigen, dass die Bundesregierung unter dem Druck der Atomlobby einen bereits befriedeten Konflikt wieder aufflammen lässt. Dass sie dabei auch die Förderung der Erneuerbaren Energien massiv zurückfährt, gefährdet die Investitionssicherheit zahlreicher Unternehmen und damit letztlich auch Arbeitsplätze in der Branche.

Stefan Lösch

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