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22.12.2011: „Studieren, wofür man brennt"

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Helmholtz-Präsident wirbt am Rudi-Stephan-Gymnasium für „MINT-Fächer"

Worms, 21. Dezember 2011
201112mdb_mlynek_rsg„Es gibt nichts, was man mit Physik nicht machen kann – sogar Kanzlerin können Sie werden", stellte Prof. Dr. Jürgen Mlynek, der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, auf die Frage eines Schülers des Rudi-Stephan-Gymnasiums nach der praktischen Verwendbarkeit eines Physikstudiums schmunzelnd fest. Mlynek war auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Klaus Hagemann (SPD) an das altsprachliche Gymnasium gekommen. Dreißig interessierte Oberstufenschüler aus den Leistungskursen Physik, Mathematik, Chemie und Biologie informierten sich beim Chef der größten deutschen Wissenschaftsorganisation und ehemaligen Präsidenten der Berliner Humboldt-Universität aus erster Hand über die Studienbedingungen sowie mögliche Karrierechancen in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik).

Da Mlyneks eigene Kinder gerade selbst studieren, zeigte er für die Fragen der angehenden Abiturienten viel Verständnis. Ob es um das duale Studium ging, die Zukunftschancen der verschiedenen MINT-Fächer oder um die Frage, wie weit man mit einem Bachelor- oder einem Masterabschluss ohne anschließende Promotion kommen könne – man merkte den Rudi-Schülern an, dass sie sich bereits konkret mit den möglichen Schritten nach dem Abitur beschäftigt hatten. Mlynek empfahl, vor allem das zu studieren, was einem persönlich Spaß mache, denn nur dann bringe man auch die nötige Motivation auf: „Machen Sie das, wofür Sie brennen - und legen Sie sich dennoch immer einen Plan B zurecht", so Mlynek. Insbesondere den zehn anwesenden Schülerinnen attestierte der Physiker exzellente Chancen in der Forschung. Denn in Deutschland studieren nur etwa fünf bis acht Prozent der Mädchen „MINT".

Beste Köpfe kommen nach Deutschland
Eindeutig fiel Mlyneks Antwort auf die Frage nach der Prognose für den Forschungsstandort Deutschland aus: „Wir sind ein hochattraktiver Standort für Forscher. Weltweit zieht es die besten Köpfe nach Deutschland", betonte Mlynek. Hagemann, Hauptberichterstatter für den Haushalt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, unterstrich, dass es im politischen Berlin parteiübergreifend Konsens sei, Bildung und Forschung auch weiterhin finanziell stark zu unterstützen. Dem Einwurf von Studiendirektor Bernhard Susewind – Oberstufenleiter am Rudi-Stephan-Gymnasium und Organisator des Treffens –, dass eine solche Förderung nicht ausschließlich der Spitzenforschung, sondern auch der Grundausbildung zugutekommen müsse, stimmten die Gäste aus Berlin zu. Der Helmholtz-Präsident zeigte sich beeindruckt vom Interesse und Engagement der Schüler und bot ihnen persönliche Rücksprache an, da in der Kürze der Zeit längst nicht alle Fragen hatten beantwortet werden können.

Vom Rudi-Stephan-Gymnasium in die Arktis
Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit 31.000 Mitarbeitern und einem Jahresetat von über drei Milliarden Euro die größte Forschungseinrichtung Deutschlands. Ihre Aufgabe ist es, langfristige Forschungsziele des Staates und der Gesellschaft wie „Energie" oder „Gesundheit" zu verfolgen. Herausragende Helmholtz-Projekte sind die internationale Raumstation, das Forschungsschiff „Polarstern" oder eine Forschungseinrichtung in der Arktis, die Mlynek im Januar besuchen wird.

Markus Wallenborn / Carina Schwarz

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