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19.01.2010: Schavan schafft den teuersten Praktikumsplatz der Welt Drucken E-Mail
Anlässlich von 2,2 Millionen Euro an Aufwendungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung für die Schaffung von bislang einem einzigen Praktikumsvertrag im „Technikum“, erklärt der für den Etat des BMBF zuständige Hauptberichterstatter im Haushaltsausschuss, Klaus Hagemann, MdB:

Berlin, 19. Januar 2010
Einmal mehr scheitert Bundesministerin Schavan bei der Umsetzung eines ihrer Prestigeprojekte grandios: 2,2 Millionen Euro an Kosten hat das Ministerium zwischenzeitlich für Broschüren, Auftritte bei Jugendmessen und Anzeigenschaltungen, sowie „Organisations- und Koordinierungsarbeiten“ verausgabt und damit einen einzigen Praktikumsvertrag im sogenannten „Technikum“ abschließen können, wie jetzt in einem von der SPD-Bundestagsfraktion angefordert en Bericht an den Haushaltsausschuss kleinlaut eingeräumt werden musste. Um das Interesse für technisch-naturwissenschaftliche Studiengänge zu steigern und durch frühe Berufsorientierung mittelfristig die Abbrecherquoten in diesen Studienfä-chern zu verringern, sollen - eigentlich richtigerweise - Abiturienten mit Bundesförde-rung Praktika in Betrieben und Labors von wissenschaftlichen Einrichtungen angeboten werden. Zunächst unter dem Namen „Freiwilliges Technisches Jahr“, jetzt als „Technikum“ bastelt Bundesbildungsministerin Schavan dazu bereits seit zwei Jahren an einer schlüssigen Konzeption -  wie sich jetzt zeigt mit ausgesprochen über-schaubarem Erfolg.

Von den angekündigten 1 000 Praktikumsverträgen ist das Ministerium meilenweit entfernt. Gerade weil die Mittel für Bildung und Forschung insgesamt zu knapp bemessen sind, ist es umso ärgerlicher, wenn Gelder von der zuständigen Bundesministerin nicht mit der gebotenen Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit eingesetzt wer-den.

Jetzt rächt sich, dass während der zweijährigen Vorbereitung ganz offensichtlich versäumt wurde, frühzeitig die weitere, entscheidende Akteure wie die Bundesländer  und die Bundesagentur für Arbeit ausreichend in das Projekt einzubinden. Das Technikum muss deshalb, bevor es richtig losgegangen ist, bereits zur Generalüberholung.

Uwe Neeb