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25.02.2010: AKW Biblis: Minister Röttgen hält sich jetzt bedeckt Drucken E-Mail
„Noch keine Vorentscheidung über Laufzeitverlängerung“

Berlin/ Worms, 25. Februar 2010
Was soll mit dem Atomkraftwerk Biblis Reaktor A, der nach dem einvernehmlich erzielten Atom­kompromiss und nach dem Auf­brauchen der darin zugestandenen Reststrommenge in Kürze verein­barungsgemäß abgeschaltet wer­den müsste, passieren? Nichts ge­naues weis man nicht, so jedenfalls die Bundesregierung in ihrer Ant­wort an den SPD-Bundestagsabge­ordneten Klaus Hagemann. Der Wahlkreisabgeordnete wollte vom Bundesumweltministerium in einer schriftlichen Anfrage wissen, ob die Ankündigung von Laufzeit­verlängerungen für AKWs nach einem Treffen mit den Energie­konzernen gelte oder ob Minister Röttgen beim Wort zu nehmen sei, der seiner Partei zum Atomaus­stieg riet.

„Über eine Laufzeitverlängerung für deutsche Kernkraftwerke soll auch im Zusammenhang mit dem Energiekonzept der Bundesregie­rung entschieden werden“, heißt es jetzt in dürren Worten in der Ant­wort an den Wahlkreisabgeordne­ten. Eine Vorentscheidung im Hinblick auf einzelne Anlage wie Biblis gebe es jedenfalls nicht.
„Wie bei so vielen Dingen in der neuen Koalition gibt es viel öf­fentliches Getöse, aber kaum praktisches und zielführendes Re­gierungshandeln“, kritisiert MdB Hagemann die Äußerungen aus dem Bundesumweltministerium. Den großen Worten folgen leider keine Taten, obwohl der Umwelt­minister nur die gegenwärtige Ge­setzeslage anwenden müsste, so der SPD-Abgeordnete weiter. Die Ent­scheidung über das AKW Biblis werde offensichtlich erst einmal auf un­absehbare Zeit – mindestens jedoch bis nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen - vertagt. „Nach dem Rüffel durch die Kanz­lerin hält sich der Bundesumwelt­minister jetzt, was die Zukunft der Atomenergie anbelangt, erst ein­mal bedeckt“, urteilt MdB Hage­mann bedauernd. „Minister Röttgen hat eine Chance vertan“, so der SPD-Abgeordnete abschlie­ßend.

Uwe Neeb